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Picos Geschichte(n) oder "Viel Spaß mit einem älteren Hund"
03.11.2011, 15:15 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.11.2016 12:49 von Claudia-D..)
Beitrag: #1
Picos Geschichte(n) oder "Viel Spaß mit einem älteren Hund"
Picos Geschichte

Hallo lieber Leser! Ich freue mich, daß Du Dich für meine Geschichte interessierst.

Zuerst will ich mich mal vorstellen, das gehört sich ja wohl so! Mein Name ist Pico. Ich bin ein Yorkshire Terrier, bin geschätzte 10 + x Jahre alt, gerade mal 2,3 Kilo schwer und stamme ursprünglich von der Kanarischen Insel Teneriffa.

Nun habe ich mich aber aufgemacht um die Welt zu erobern! Warum ich Teneriffa verlassen habe, wo es dort doch so schön ist, daß viele Leute gerade dort ihren Urlaub verbringen? Nun, das lag weniger an mir, aber lest selber:


1. Meine Rettung

Eines Tages fuhr meine spanische Familie mit mir auf einen Ausflug. Irgendwo im Nationalpark Teide haben wir dann auf einem Parkplatz Rast gemacht. Nur, als alle wieder ins Auto stiegen um wieder nach Hause zu fahren, haben sie mich wohl „vergessen“!

Ich hatte fürchterliche Angst, das Auto mit meiner Familie fuhr einfach ohne mich weg! Andere Autos fuhren vorbei, ohne sich um mich zu kümmern! Da saß ich nun, irgendwo auf einem fremden Parkplatz, alles was ich hatte, war mein kleines rotes Halsband mit dem Glöckchen dran..... Nichts zu essen, nichts zu trinken aber fürchterliche Angst. Würden mich die Autofahrer sehen, wenn ich in Richtung der Straße laufen würde, um nach meiner Familie Ausschau zu halten? Bestimmt würden diese doch bald bemerken, daß ich fehle und mich holen kommen! Ich wartete und wartete, viele Autos kamen, nur meine Familie nicht.

Der Hunger und Durst wurde immer schlimmer. Ein paar Abfälle lagen rum, die ich essen konnte, aber wo blieb meine Familie? Sie kam nicht. Wie sollte ich kleiner Wutz bloß hier in der Wildnis überleben? Ich machte mir viele Gedanken dazu und versuchte das Beste aus meiner Situation zu machen obwohl ich schreckliche Angst hatte. Bisher war immer meine Familie da gewesen, hatte mich gestreichelt, mich beschützt, mich gefüttert. Nie musste ich bisher irgendwo alleine auf der Straße leben. Was hatte ich falsch gemacht, daß sie mich plötzlich vergessen hatten? Oder sollte ein jüngerer Hund am bevorstehenden Weihnachtsfest meinen Platz bekommen? War ich einfach nur zu alt geworden?

Es war bitterkalt auf dem Parkplatz. Immerhin lag er schon ziemlich hoch auf dem Teide, der der höchste Berg Spaniens ist, und es war zudem noch Winter. Ich suchte umher in der Hoffnung irgendwo ein schützendes, warmes Plätzchen für mich zu finden. Leider bot der Parkplatz in dieser Hinsicht nicht viel Schutz an. Ich zitterte und fror erbärmlich. Wo ich doch sonst auf einem Sofa gelegen hatte und immer eine wärmende Decke für mich dagewesen war.

Wieviele Tage und Nächte mittlerweile vergangen waren weiß ich nicht. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Als ich mich schon fast aufgegeben hatte, gedacht hatte, daß ich wohl sterben muß auf diesem entlegenen Parkplatz, hielt plötzlich ein fremdes Auto an und eine Frau kam auf mich zu. Sie redete ganz lieb mit mir, da hatte ich keine Angst mehr vor ihr! Langsam ging ich zu ihr hin.

Die Frau nahm mich vorsichtig auf den Arm und suchte an meinem roten Halsbändchen mit dem Glöckchen nach der Adresse meiner Familie. Aber, da war keine. Ich kuschelte mich ganz feste an diese Frau denn ich merkte sofort, daß sie ein großes Herz hatte und ich bei ihr sicher war. Sie streichelte mich lieb und meinte, sie würde sich um mich kümmern und ich brauche keine Angst ehr zu haben. Daraufhin setzte sie mich vorsichtig in ihr Auto und nahm mich mit zu sich!

Diese nette Frau hatte ein tolles Grundstück und dort waren ganz viele andere Hunde, allerdings waren diese alle viel größer als ich! Ich hatte doch etwas Angst! Aber Elke, so heißt die Frau, die mich mitgenommen hatte, meinte, auf der PAT-Finca wäre ich sicher und mir würde nichts Schlimmes mehr passieren! Nachdem sie mich eingehend betrachtet und geschaut hatte, ob ich wohl keine Verletzungen habe, ich etwas zu futtern und frisches Wasser bekommen hatte, legte Elke mich in ein weiches Körbchen und ich konnte endlich mal beruhigt schlafen, ohne Angst von fremden Tieren angefallen oder von Autos überfahren zu werden. Ich schlief lange und tief!

Bald ging es dann auch zum Tierarzt, der mit einem Lesegerät an mir nach einem Chip suchte, aber den hatte ich auch nicht. Auch so konnte man meine Familie nicht ausfindig machen. Elke sorgte dafür, daß ich sofort einen solchen Chip bekam, damit mir das Geschehene nie wieder passieren konnte. Auch wurden meine schon leicht trüben Äuglein betrachtet, die fürchterlich mit Zahnstein belegten Zähnchen, die mir immer einen fiesen Geschmack im Mund machten und meinen kleinen Körper mit Bakterien belasteten. Ich bekam sofort eine Impfung, damit ich nicht krank werden konnte. Der Arzt meinte dann, ich wäre wohl so etwa 11 Jahre alt.

Zurück auf der PAT-Finca kümmerte sich Elke dann um mein verfilztes Fell und verpasste mir wegen der dicken Knoten einen feschen Kurzhaarschnitt. So langsam wurde wieder ein feiner Hund aus mir! Ich brauchte nicht zu den großen anderen Hunden, die mir doch etwas Angst einjagten, sondern bekam eine Sonderbehandlung, ich durfte in der Cabana schlafen, wo auch immer Helfer von PAT wohnten, die ihren Urlaub damit verbrachten Elke bei ihrer Arbeit mit den Hunden zu helfen.

Neben den Hunden auf der Finca versorgt Elke nämlich auch noch freilebende Hunde im Nationalpark Teide. Sie werden gefüttert und wenn möglich kastriert und tierärztlich versorgt. Da sie aber teilweise schon lange in der Wildnis leben, lässt Elke sie auch weiter dort und sorgt nur dafür, daß sie keinen Hunger haben müssen. Das ist bestimmt auch gut so für die Hunde, die ein zu Hause bei Menschen nicht kennen.

Auf der PAT-Finca traf ich dann Rodrigo, auch ein kleinerer wuscheliger Mischling, natürlich deutlich größer als ich, aber mit einem ähnlichen Schicksal. Rodrigo wurde mein Freund und wir schliefen zusammen in unserem Körbchen. Bis wir dann eines Tages einen leeren, aufgeklappten Koffer als neue Schlafstätte für uns entdeckten! Koffer, das wusste ich von meiner spanischen Familie braucht man, um verreisen zu können. So haben wir uns da reingelegt, bevor jemand verreiste ohne uns mitzunehmen! Wir wollen nicht noch einmal zurückgelassen werden. Davor hatte ich noch immer ganz viel Angst! Das Erlebte steckte mir doch tief in den Knochen!

[Bild: 8035589pzd.jpg]

Eines Tages kam Elke dann mit einem Fotoapparat zu mir und meinte: „So, nun machen wir mal Fotos von Dir, die wir dann ins Internet setzen um eine neue Familie für Dich zu finden. Armer kleiner Spatz, es wird wohl schwer werden, denn die meisten Leute wollen leider immer nur junge Hunde haben.“

Hallo! Hatte ich das richtig gehört? Warum wollen die Leute denn keinen Hund mit Lebenserfahrung haben? Ich war doch noch nicht alt. Aber selbst wenn, warum sollte ich meinen Lebensabend nicht in der Geborgenheit einer Familie verbringen dürfen? Ich kannte es doch nicht anders. Ältere Hunde haben doch ganz tolle Qualitäten: sie haben das Zusammenleben mit den Menschen schon gelernt und ich bin der weltbeste Seelentröster! Ich könnte als Therapiehund arbeiten, wenn man mich nur ließe! Ein älterer Hund kennt die Gefühle seiner Menschen und gibt ganz doll viel Liebe! Ich kann Tränen weglecken, kuscheln, wenn ich merke meinem Menschen geht es nicht gut, Freude verbreiten durch meine eigene Lebensfreude, an der ich meine Menschen gerne teilhaben lasse. Auch mit einem älteren Hund kann man täglich neue Dinge erleben und viel Spaß haben!

Vielleicht seht Ihr das ja bald genauso, wenn ihr mein Leben ein wenig verfolgt. Dafür – und für all die anderen älteren Hunde in den Tierheimen und bei den Tierschutzvereinen – schreib ich Euch meine Geschichte und Erlebnisse auf!

Ich war sehr traurig, daß meine Aussichten auf eine neue Familie so schlecht sein sollten. Aber, ich bin wohl doch unter einem guten Stern geboren: Elke hatte eine Familie, die schon einmal einen ganz alten, kleinen Hund von ihr übernommen hatte. Die kleine Püppi durfte noch 4 Monate in Liebe und Fürsorge bei ihnen verbringen bevor sie dann leider über die Regenbogenbrücke gehen musste und nun als Engel-Hund über ihre Familie wacht. Genau diese Familie mit Herz und Erfahrung bei älteren Hunden sah mein Internet-Foto und wollte mich haben! MICH, den kleinen Señor Winzling von der PAT-Finca!


- weitere Geschichten folgen auf den nächsten Seiten-
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03.11.2011, 15:24
Beitrag: #2
RE: Picos Geschichte oder "Viel Spaß mit einem älteren Hund"
Was für eine süsse rührende Geschichte....so traurig....aber doch so schön11-ja

Du hast Glück gehabt kleiner Pico....das Du rechtzeitig gefunden wurdest 17knuffel17knuffel17knuffel
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03.11.2011, 15:55
Beitrag: #3
RE: Picos Geschichte oder "Viel Spaß mit einem älteren Hund"
Wenn ihr Picos Geschichte mögt 150-lesend, werde ich in den nächten Tagen weitere Kapitel einstellen.
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03.11.2011, 16:48
Beitrag: #4
RE: Picos Geschichte oder "Viel Spaß mit einem älteren Hund"
... ja bitte !!! 11-ja 24streicheldog3

[Bild: 31352224kl.gif] Martina
.




Die mutigsten Entscheidungen, die du jemals in deinem Leben treffen wirst, werden sein loszulassen, obwohl es deiner Seele wehtut.
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03.11.2011, 17:33
Beitrag: #5
RE: Picos Geschichte oder "Viel Spaß mit einem älteren Hund"
Auf jeden FallDaumendr

Ich bin sehr froh, dass die kleine Maus gerettet worden ist.1-smile

Ist Pico der kleine Hund, der rechts im Koffer [/i]liegt?

LG
Rissi
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03.11.2011, 18:09
Beitrag: #6
RE: Picos Geschichte oder "Viel Spaß mit einem älteren Hund"
Jepp, rechts das ist Pico, links das ist Rodrigo (mittlerweile auch vermittelt).

Pico ist einfach nur minsig klein, das weiß er aber nicht 145-pfeif3
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03.11.2011, 19:20
Beitrag: #7
RE: Picos Geschichte oder "Viel Spaß mit einem älteren Hund"
Hallo
eine ans Herz gehende Geschichte.
Aber warum nur immer so etwas?Warum?
Was geht in diesen Menschen vor, die so etwa tun?
Auch hier hört man fast täglich im Radio die Warnung vor
einem Hund, der auf der Autobahn herumläuft.Ich sage dann immer zu meinem Man: "[b]Hörst du, da ist doch tatsächlich wieder ein Hund seinem Herrchen oder seinen Menschen weggelaufen."
4-shock
Wir werden bestimmt noch etwas Neues vom Hundi hören und vielleicht auch Fotos sehen dürfen.
LG Elke
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03.11.2011, 20:01
Beitrag: #8
RE: Picos Geschichte oder "Viel Spaß mit einem älteren Hund"
Ja, bitte weiter schreiben!!

LG Fiete
[Bild: 5337681.jpg]

Die meisten Fehler im Leben machen wir, wenn wir zu viel fühlen, wo wir denken sollten
- und zu viel denken, wo wir fühlen sollten.
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03.11.2011, 20:06
Beitrag: #9
RE: Picos Geschichte oder "Viel Spaß mit einem älteren Hund"
auf jeden fall möchten wir wissen wie es weiter geht2-veryhappy

liebe grüsse gabi und die rasselbande

http://www.gabis-tierschutz-antalya.de
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03.11.2011, 20:12
Beitrag: #10
RE: Picos Geschichte oder "Viel Spaß mit einem älteren Hund"
Weitere Kapitel sind schon fertig 11-ja

Pico ist im Februar zu uns gekommen und wir haben schon einiges mit dem kleinen Mini-Monster erlebt 15-mrgreen

Ich werde Euch mit und mit die Kapitel einstellen wenn ihr mögt. Und Fotos gibts von Senor Winzling natürlich auch immer mal wieder 11-ja


Wir waren letzte Woche auf Teneriffa und haben PAT besucht und natürlich viel von Pico erzählt. Ursprünglich wollte ich damals der Elke Roßmann nur ein wenig von Picos Entwicklung bei uns schreiben aber dann hat der kleine Gremlin soviel erlebt, daß es eine etwas längere Geschichte wurde 19-kicher.

Wir haben jetzt 8 Hunde (meist Rentner oder Notfälle) bei uns aber Pico ist schon eine ganz besondere Errungenschaft 15-mrgreen
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